Archiv für Kategorie Blogview
Das Leben in der Cloud
Cloud Computing bezeichnet den Ansatz, technische
Infrastrukturen, Programmpakete sowie Programmierumgebung dynamisch an den Bedarf des Nutzers anzupassen und über lokale Netzwerke beziehungsweise über das Internet zur Verfügung zu stellen. Ein zentrales Argument für die Nutzung einer solchen Cloud ist, dass die Bereitstellung, basierend auf der Kombination aus vitalisierten Rechenzentren und modernen Webtechnologien wie Webservices, vollautomatisch erfolgen kann und somit keinerlei Mensch-Maschine-Interaktion mehr erfordert. Hierdurch besteht zunächst der Vorteil, dass ein Anwender keinen besonders leistungsfähigen Computer benötigt, da die Rechenleistung zur Ausführung des Programms in der Cloud stattfindet. Jedoch bedingt die Nutzung einer „Cloud“ vieler Urheber-, Datenschutz- und Wettbewerbsrechtlicher Fragen. Hierzu findet man in der aktuellen ZUM einen lesenswerten Aufsatz von Thomas Nägele und Sven Jacobs.
ICC fordert einen erfolgreichen Abschluss der ACTA-Verhandlungen
Die Internationale Handelskammer (ICC) fordert als branchenübergreifende Vertretung der Weltwirtschaft einen erfolgreichen Abschluss des geplanten Anti-Piraterie-Abkommens ACTA. Die Verhandlungen dauern seit fast zwei Jahren an, obwohl Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsplätze, Verbrauchersicherheit und Welthandel sich durch die Ausbreitung von Produkt- und Markenpiraterie weiterhin auf einem Höchststand befinden.
Als ACTA im Juni 2008 angekündigt worden war, wurde es weithin als ein geeignetes Mittel im Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie und zur Lösung von Problemen gesehen, die einer effektiven Durchsetzung von Schutzrechten in der Vergangenheit im Weg gestanden hatten.
“Es ist bedauerlich, dass die äußerst wichtige ACTA-Initiative Gegenstand von unbegründeten Spekulationen und übertriebenen Aussagen geworden ist – sowohl hinsichtlich ihrer Ziele als auch ihrem Inhalt“, sagt Jeffrey Hardy, Koordinator der ICC-Anti-Piraterie Initiative „Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy“ (BASCAP).“Sowohl Produktfälschungen als auch Raubkopien sind rapide zunehmende, globale Problemen, für deren Lösung größere internationale Entschlossenheit und Zusammenarbeit benötigt werden“, fügt Hardy hinzu.
Eine aktuelle, von BASCAP herausgegebene Studie hat gezeigt, dass Produkt- und Markenpiraterie die G20-Staaten und Verbraucher rund 150 Milliarden Dollar kostet und weltweit jedes Jahr 2,5 Millionen Arbeitsplätze gefährdet. Es wird geschätzt, dass weltweit Waren im Wert von 700 Milliarden Dollar pro Jahr gefälscht werden.
Die Europäische Union und 37 Nationalregierungen sind an den Verhandlungen zu einem Abkommen beteiligt. „Wir unterstützen das ACTA-Abkommen und begrüßen einen fortdauernden Einsatz, der notwendig ist, um das Abkommen abzuschließen”, sagt Hardy. „ACTA ist eine Initiative, die umfassende Unterstützung braucht”.Weitere Informationen unter:
www.icc-deutschland.de
Gefunden auf www.visavis.de
Europäische Kommission präsentiert gefälschte ACTA-Version
Beim Meeting vom 22. März 2010 in Brüssel präsentierte die Europäische Kommission den Teilnehmern eine gefälschte Version der ACTA-Dokumente. Wie jede gute Fälschung wies sie große Ähnlichkeit mit dem Original auf. Dennoch waren die Unterschiede für Eingeweihte mehr als offensichtlich.
Beispielsweise werden in der gefälschten Version keine Änderungen der Verantwortlichkeit von ISPs erwähnt, die zu Maßnahmen wie etwa Netzsperren (”Three Strikes”) führen würden.
Ebenso schlägt die Europäische Union in dieser gefälschten Version keine Regelungen vor, die Strafen für “das Anstiften, Fördern und Leisten von Beihilfe” in Fällen bestimmter Vergehen, einschließlich “zumindest jener Fälle von vorsätzlicher Schutzmarkenfälschung und der Piraterie von Urheberrechten oder ähnlichen Rechten, in kommerziellem Umfang”, vorsehen. Zudem zeigt die falsche Version auch keine Gefahren für Grundrechte in Entwicklungsländern auf; also großartige Nachrichten, da die Verpflichtung von Providern zum “Informationsaustausch” und zur Überwachung ansonsten eine weltweite Gefahr für Datenschutz und Redefreiheit wäre. Bemerkenswerterweise – und äußerst ungewöhnlich für Fälschungen – ist diese Version in nahezu jeder Hinsicht besser als das Original.
Zum Glück gibt es jedoch dank zahlreicher Lecks im Laufe der letzten Monate durchgesickerte Verhandlungsdokumente. Die durchgesickerten Versionen sind – im Gegensatz zur Fälschung, die Herr Devigne von der Europäischen Kommission präsentierte – tadellose Kopien des Originals und zeigen die vorgeschlagenen ACTA-Inhalte.
Selbstverständlich stellt sich nun die Frage, ob die Versprechen der Kommission, mehr Transparenz in diesem Verfahren walten zu lassen, auch bloße Fälschungen sind. In der Zwischenzeit können wir nur auf weitere durchgesickerte Dokumente hoffen, um dem Verfahren ein wenig Demokratie einzuimpfen.
Bericht von Joe McNamee (Edri) auf unwatched.org
ACTA-Kritiker Michael Geist im Interview: Über die Intransparenz der Verhandlungen, die Umgehung internationaler Institutionen und die Chancen für mehr Öffentlichkeit.
Am Freitag ist ein Entwurf des Internetkapitels aus dem geplanten Handelsabkommen ACTA bekannt geworden. Michael Geist, Professor für Internetrecht und E-Commerce an der Universität Ottawa, setzt sich seit Beginn der Aushandlungsprozesse für deren Transparenz ein. Beim ACTA-Abkommen verhandeln inzwischen rund 40 Nationen unter anderem über nachgeahmte Produkte, Urheberrecht und mögliche Internetsperren. Details kamen bislang nur über solche durchgesickerten Dokumente oder Klagen von Bürgerrechtlern ans Licht.
Streit um Urheberrechtsabgaben auf PCs geht weiter
[Heise.de] Nachdem sich die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) Mitte Januar mit dem Teil der deutschen PC-Hersteller, die sich zum Bundesverband Computerhersteller e.V. (BCH) zusammengeschlossen haben, über Urheberrechtsabgaben auf PCs einigen konnte, schlägt ein anderer Teil zurück: Das Oberlandesgericht München hat gestern auf Antrag des Zentralverbands Informationstechnologie und Computerindustrie (Zitco) unter dem Aktenzeichen 6 WG 6/10 eine einstweilige Verfügung gegen die ZPÜ erlassen. [weiterlesen auf Heise.de]
ACTA: EU-Kommission wiegelt ab, Parlamentarier wollen Transparenz
Das geplante internationale Handelsabkommen zur Bekämpfung von Produktfälschungen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement), das von der EU und den USA zusammen mit einem knappen Dutzend Regierungen weitgehend hinter verschlossenen Türen vorangetrieben wird, sorgt weiter für Diskussionen. [weiterlesen auf Heise.de]
[Heise.de] Verwertungsgesellschaften fordern höhere Abgaben auf Speichermedien
Nachdem sich die Zentralstelle für private Überspielrechte (ZPÜ) zum Jahreswechsel mit einer kleinen Gruppe von PC-Herstellern – die eigens den Bundesverband Computerhersteller e.V. (BCH) gründet hatten – auf die Höhe und Modalitäten der Urheberrechtsabgabe auf PCs geeinigt hatte, legten die Verwertungsgesellschaften auch bei den Abgaben auf Speichermedien gleich noch nach. Wie aus einer Veröffentlichung im Bundesanzeiger vom Jahresende 2009 hervorgeht, werden die Abgaben auf Medien wie CD- und DVD-Rohlinge aber auch Blu-rays zum Teil drastisch angehoben – bei CD-Rs sei es beispielsweise der dreifache Satz, erklärt Ralf Schnur, Geschäftsführender Gesellschafter beim Großhändler Software Partner GmbH, gegenüber heise resale. [weiterlesen auf Heise.de]
Activist ejected from “public” meeting on secret copyright treaty for tweeting
The latest round of negotiations over the Anti Counterfeiting Trade Agreement (ACTA — a secret treaty that contains provisions requiring nations to wiretap the Internet, force ISPs to spy on users, search laptops at the border, and disconnect whole households from the net on the basis of mere accusation of copyright infringement) is just kicking off in Mexico, and activists from around Mexico and the world have converged on the meeting to demand transparent, public negotiations of this critical treaty. [weiterlesen bei Boingboing]
Ungesschützte Videokameras
Das Erste deutsche Fernsehen berichtet über Datenlecks bei Funküberwachungskameras [mehr]
Haftung der Telekommunikationsunternehmen
[heise.de] Gerhard Zeiler, Geschäftsführer der RTL Group, hat die Politik aufgefordert, Zugangsanbieter und Telekommunikationsunternehmen für Urheberrechtsverstöße ihrer Kunden zur Verantwortung zu ziehen. Die Inhalteanbieter sollten Schadensersatzansprüche gegen die Provider richten können [mehr]