Archiv für Kategorie ACTA

ACTA jetzt doch tranzparent?

Wie die EU-Kommission am Freitag mitgeteilt hat, werden die Teilnehmerstaaten an den Verhandlungen über das Anti-Piraterie-Abkommen Anti Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) nach zweijährigen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen am 21. April 2010 erstmals ein Entwurf des ACTA-Abkommens veröffentlichen.

Hier eine kurze Zusammenfassung des ALDE Hearings:
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Aufklärung über ACTA

Am vergangenen Samstag, fand in Neuseeland eine Informationsveranstaltung zu ACTA statt.
Hier wurden zwar keine großen Neuheiten aufgedeckt, allerdings bietet die nun online stehende PUBLIACTA Veranstaltung eine schöne Übersicht über den Aktuellen Wissenstand über das Abkommen.

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ICC fordert einen erfolgreichen Abschluss der ACTA-Verhandlungen

Die Internationale Handelskammer (ICC) fordert als branchenübergreifende Vertretung der Weltwirtschaft einen erfolgreichen Abschluss des geplanten Anti-Piraterie-Abkommens ACTA. Die Verhandlungen dauern seit fast zwei Jahren an, obwohl Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsplätze, Verbrauchersicherheit und Welthandel sich durch die Ausbreitung von Produkt- und Markenpiraterie weiterhin auf einem Höchststand befinden.

Als ACTA im Juni 2008 angekündigt worden war, wurde es weithin als ein geeignetes Mittel im Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie und zur Lösung von Problemen gesehen, die einer effektiven Durchsetzung von Schutzrechten in der Vergangenheit im Weg gestanden hatten.
“Es ist bedauerlich, dass die äußerst wichtige ACTA-Initiative Gegenstand von unbegründeten Spekulationen und übertriebenen Aussagen geworden ist – sowohl hinsichtlich ihrer Ziele als auch ihrem Inhalt“, sagt Jeffrey Hardy, Koordinator der ICC-Anti-Piraterie Initiative „Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy“ (BASCAP).

“Sowohl Produktfälschungen als auch Raubkopien sind rapide zunehmende, globale Problemen, für deren Lösung größere internationale Entschlossenheit und Zusammenarbeit benötigt werden“, fügt Hardy hinzu.
Eine aktuelle, von BASCAP herausgegebene Studie hat gezeigt, dass Produkt- und Markenpiraterie die G20-Staaten und Verbraucher rund 150 Milliarden Dollar kostet und weltweit jedes Jahr 2,5 Millionen Arbeitsplätze gefährdet. Es wird geschätzt, dass weltweit Waren im Wert von 700 Milliarden Dollar pro Jahr gefälscht werden.
Die Europäische Union und 37 Nationalregierungen sind an den Verhandlungen zu einem Abkommen beteiligt. „Wir unterstützen das ACTA-Abkommen und begrüßen einen fortdauernden Einsatz, der notwendig ist, um das Abkommen abzuschließen”, sagt Hardy. „ACTA ist eine Initiative, die umfassende Unterstützung braucht”.

Weitere Informationen unter:
www.icc-deutschland.de

Gefunden auf www.visavis.de

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Europäische Kommission präsentiert gefälschte ACTA-Version

Beim Meeting vom 22. März 2010 in Brüssel präsentierte die Europäische Kommission den Teilnehmern eine gefälschte Version der ACTA-Dokumente. Wie jede gute Fälschung wies sie große Ähnlichkeit mit dem Original auf. Dennoch waren die Unterschiede für Eingeweihte mehr als offensichtlich.

Beispielsweise werden in der gefälschten Version keine Änderungen der Verantwortlichkeit von ISPs erwähnt, die zu Maßnahmen wie etwa Netzsperren (”Three Strikes”) führen würden.

Ebenso schlägt die Europäische Union in dieser gefälschten Version keine Regelungen vor, die Strafen für “das Anstiften, Fördern und Leisten von Beihilfe” in Fällen bestimmter Vergehen, einschließlich “zumindest jener Fälle von vorsätzlicher Schutzmarkenfälschung und der Piraterie von Urheberrechten oder ähnlichen Rechten, in kommerziellem Umfang”, vorsehen. Zudem zeigt die falsche Version auch keine Gefahren für Grundrechte in Entwicklungsländern auf; also großartige Nachrichten, da die Verpflichtung von Providern zum “Informationsaustausch” und zur Überwachung ansonsten eine weltweite Gefahr für Datenschutz und Redefreiheit wäre. Bemerkenswerterweise – und äußerst ungewöhnlich für Fälschungen – ist diese Version in nahezu jeder Hinsicht besser als das Original.

Zum Glück gibt es jedoch dank zahlreicher Lecks im Laufe der letzten Monate durchgesickerte Verhandlungsdokumente. Die durchgesickerten Versionen sind – im Gegensatz zur Fälschung, die Herr Devigne von der Europäischen Kommission präsentierte – tadellose Kopien des Originals und zeigen die vorgeschlagenen ACTA-Inhalte.

Selbstverständlich stellt sich nun die Frage, ob die Versprechen der Kommission, mehr Transparenz in diesem Verfahren walten zu lassen, auch bloße Fälschungen sind. In der Zwischenzeit können wir nur auf weitere durchgesickerte Dokumente hoffen, um dem Verfahren ein wenig Demokratie einzuimpfen.

Bericht von Joe McNamee (Edri) auf unwatched.org

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James Love über ACTA

James Love (Director, Knowledge Ecology International)  im Interview:

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Filesharern an den Kragen

Nachdem in den letzen Wochen das Thema ACTA immer mehr in die Medien und somit in die Öffentlichkeit getragen wurde, sprach jetzt Markus Beckedahl ( Betreiber von Netzpolitik.org) im Interview mit Deutschlandradio konkrete Problemen des multinationalen Abkommens an.

Beckedahl betonte noch einmal, dass die Abstimmung zu ACTA des EU Parlaments keineswegs ein Stopp der Verhandlungen bedeutet. Er forderte jedoch, ein Moratorium, eine Aussetzung der weiteren Verhandlungen, bis klar sei, worum es beim ACTA-Abkommen gehe.
Er problematisierte ferner, die Vorhaben hinsichtlich der Haftung von Providern für Rechtsverstöße Ihrer Kunden.

Beckedahl sagte hierzu:
Stellen Sie sich mal vor, die Deutsche Telekom als Ihr Telefonanbieter würde in Ihre Telefonate hereinhören, um herauszufinden, ob Sie jetzt Ihrem Mann Ihr Lieblingslied von Madonna vorsingen, und sobald Sie das tun, wird dann Ihre Telefonleitung gekappt. Das soll so laut den neusten Erkenntnissen aus dem ACTA-Abkommen realisiert werden, das heißt, Internetservice-Provider sollen haftbar gemacht werden, die sollen verklagbar sein vonseiten der Musikindustrie zum Beispiel, wenn sie nicht genug gegen Tauschbörsen tun. Das wird dazu führen, dass Internetservice-Provider die eigenen Kunden, also uns, immer mehr überwachen, in die Datenströme hineingucken, um auf Nummer sicher zu gehen, weil sie sonst vielleicht pleitegeklagt werden könnten von bestimmten Konzernen. Und das gilt es eigentlich, zu verhindern. Bei der Urheberrechtsfrage gibt es ganz andere Lösungsansätze als Menschen den Computer oder den Internetanschluss wegzunehmen und Provider in die stärkere Haftung zu nehmen

Ob allerdings die von Beckedahl geforderte Kulturflatrate, sofern diese überhaupt umsetzbar ist, zu einer moderaten Lösung der Probleme der Produktpiraterie führt, ist fraglich.

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Zur Annahme der Resolution des Europaparlaments über die Verhandlungen des Abkommens zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie

Die Resolution des Europaparlaments ist eine Absage an die bisherige Vorgehensweise der EU-Kommission bei den Verhandlungen über das ACTA-Abkommen. Klar und deutlich besteht das Parlament auf die Zusendung der Dokumente entsprechend der Bestimmungen des Lissabon-Vertrages. Die Kommission ist nun aufgefordert, eine umgehende Kehrtwende einzuleiten und die Transparenz bei den Abkommensverhandlungen sicher zu stellen. Anderenfalls wird das EU-Parlament seine Zustimmung verweigern – zum Schutze von Demokratie und Rechtsstaat. Eine Geheimdiplomatie, bei der unklar ist, ob überhaupt im Rahmen des geltenden Rechts verhandelt wird, darf nicht hingenommen werden. Sollte die Kommission dieser Forderung nicht umgehend nachkommen, muss das Parlament den Europäischen Gerichtshof anrufen.

Bereits vor über einem Jahr hat das Europaparlament eine entsprechende, nahezu gleichlautende Resolution verabschiedet. Seitdem ignoriert die Kommission die Forderungen nach einer Einbeziehung von Parlamenten und Öffentlichkeit konsequent. Spätestens seit dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages ist dieses Vorgehen ein Skandal sondergleichen. Denn der EU-Vertrag beschreibt unmissverständlich, dass das Europäische Parlament in allen Stadien der Verhandlungen unverzüglich und umfassend zu informieren ist. Sollte die Kommission also nicht einlenken, ist ein handfester Konflikt vorprogrammiert, bei dem der verantwortliche Handelskommissar De Gucht die Verantwortung trägt. Sollte es ihm weiterhin an seinem Job liegen, dann ist es höchste Zeit, sich der Forderungen des Parlaments offensiv anzunehmen.

Hierzu der Abgeordnete des Europäischen Parlamens Jan Philipp Albrecht:

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Weiteres ACTA Dokument veröffentlicht

Nachdem bereits vorletzte Woche Freitag ein vertrauliches Dokument zu Acta im Netz auftauchte, ist heute ein weiteres Dokument der Europäischen Union veröffentlicht worden. Es offenbart in allen Einzelheiten die Vorschläge der einzelnen Verhandlungsländer. Das vierundvierzigseitige Dokument trifft zudem spezifischer Aussagen der einzelnen Länder zu einer breiten Palette von Themen. Darunter insbesondere die Haftung von Internetservice Providern.

Eine kurze Zusammenfassung findet sich bereits im Blog von Michael Geist.

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ACTA im Europarl INTA Komitee

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MEP Anfragen an die Kommission zu ACTA

Gesammelte Anfragen von Mitgliedern des Europäischen Parlements bis zum 18. Februar 2010 (nicht komplett)

Georgios Papastamkos (PPE)
Syed Kamall (ECR)
Axel Voss (EPP)
Alexander Alvaro (ALDE)
Ivo Belet (EPP)
Britta Thomsen (S&D)
Britta Thomsen (S&D)
Christian Engström (Verts/ALE)

Carl Schlyter (Verts/ALE), Eva Lichtenberger (Verts/ALE), Christian Engström (Verts/ALE), Niccolò Rinaldi (ALDE), Daniel Caspary (PPE), Syed Kamall (ECR), David Martin (S&D), Helmut Scholz (GUE/NGL), Bernd Lange (S&D) and Robert Sturdy (ECR)

Françoise Castex (S&D)
Françoise Castex (S&D)

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