Archiv für Kategorie Technik
Das Leben in der Cloud
Cloud Computing bezeichnet den Ansatz, technische
Infrastrukturen, Programmpakete sowie Programmierumgebung dynamisch an den Bedarf des Nutzers anzupassen und über lokale Netzwerke beziehungsweise über das Internet zur Verfügung zu stellen. Ein zentrales Argument für die Nutzung einer solchen Cloud ist, dass die Bereitstellung, basierend auf der Kombination aus vitalisierten Rechenzentren und modernen Webtechnologien wie Webservices, vollautomatisch erfolgen kann und somit keinerlei Mensch-Maschine-Interaktion mehr erfordert. Hierdurch besteht zunächst der Vorteil, dass ein Anwender keinen besonders leistungsfähigen Computer benötigt, da die Rechenleistung zur Ausführung des Programms in der Cloud stattfindet. Jedoch bedingt die Nutzung einer „Cloud“ vieler Urheber-, Datenschutz- und Wettbewerbsrechtlicher Fragen. Hierzu findet man in der aktuellen ZUM einen lesenswerten Aufsatz von Thomas Nägele und Sven Jacobs.
Filesharern an den Kragen
Nachdem in den letzen Wochen das Thema ACTA immer mehr in die Medien und somit in die Öffentlichkeit getragen wurde, sprach jetzt Markus Beckedahl ( Betreiber von Netzpolitik.org) im Interview mit Deutschlandradio konkrete Problemen des multinationalen Abkommens an.
Beckedahl betonte noch einmal, dass die Abstimmung zu ACTA des EU Parlaments keineswegs ein Stopp der Verhandlungen bedeutet. Er forderte jedoch, ein Moratorium, eine Aussetzung der weiteren Verhandlungen, bis klar sei, worum es beim ACTA-Abkommen gehe.
Er problematisierte ferner, die Vorhaben hinsichtlich der Haftung von Providern für Rechtsverstöße Ihrer Kunden.
Beckedahl sagte hierzu:
Stellen Sie sich mal vor, die Deutsche Telekom als Ihr Telefonanbieter würde in Ihre Telefonate hereinhören, um herauszufinden, ob Sie jetzt Ihrem Mann Ihr Lieblingslied von Madonna vorsingen, und sobald Sie das tun, wird dann Ihre Telefonleitung gekappt. Das soll so laut den neusten Erkenntnissen aus dem ACTA-Abkommen realisiert werden, das heißt, Internetservice-Provider sollen haftbar gemacht werden, die sollen verklagbar sein vonseiten der Musikindustrie zum Beispiel, wenn sie nicht genug gegen Tauschbörsen tun. Das wird dazu führen, dass Internetservice-Provider die eigenen Kunden, also uns, immer mehr überwachen, in die Datenströme hineingucken, um auf Nummer sicher zu gehen, weil sie sonst vielleicht pleitegeklagt werden könnten von bestimmten Konzernen. Und das gilt es eigentlich, zu verhindern. Bei der Urheberrechtsfrage gibt es ganz andere Lösungsansätze als Menschen den Computer oder den Internetanschluss wegzunehmen und Provider in die stärkere Haftung zu nehmen
Ob allerdings die von Beckedahl geforderte Kulturflatrate, sofern diese überhaupt umsetzbar ist, zu einer moderaten Lösung der Probleme der Produktpiraterie führt, ist fraglich.
CeBIT 2010
Verfasst von Redaktion unter Allgemein, Technik, Veranstaltungshinweis am 1. März 2010
Am morgigen Dienstag beginnt in Hannover die CeBIT 2010. Wie jedes Jahr werden dort die neuesten technischen Errungenschaften vorgestellt. Die CeBIT ist jedoch nicht nur etwas für Computerfreaks sondern kann auch dem Juristen als Informationsplattform dienen. Hierzu erlaube ich mir einen Hinweis auf das Heise Forum Sicherheit und IT- Recht.
HEISE: Redakteure der Zeitschriften c’t und iX sowie ausgewählte Experten berichten im Vortragsbereich des Heise-Messestands über aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen Sicherheit und IT-Recht und diskutieren diese mit den Messebesuchern. Unsere Kooperationspartner vom Landeszentrum für Datenschutz Kiel (ULD) und dem Institut für Rechtsinformatik der Universität Hannover (IRI) informieren zudem über praxisrelevante Themen aus den Bereichen IT-Recht, Datensicherheit und Datenschutz.
Insbesondere sei am Freitag um 13:00 Uhr auf den geschätzten Kollegen
Dipl. jur. A. Nordmeyer LL.M hingewiesen, der sich in einem dortigen Vortrag mit dem Thema Rechtsprobleme bei Computer-und Videospielen auseinander setzen wird.
Eine Gesamtübersicht der Veranstaltung des Heise Verlags findet sich hier
